ZEITSCHATTEN

21. Mai – 19. Juni 2026

In der Ausstellung ZEITSCHATTEN zeigen Christine Pirker und Reinhold Egerth Werke, die im Rahmen ihres Gemeinschaftsprojekts „Dunkles Licht“ entstanden sind: Im Zentrum der Arbeiten steht der Mensch in seiner Verletzlichkeit, seiner Fragmentierung und seiner zunehmenden Entfremdung innerhalb gesellschaftlicher Wirklichkeiten. In fotografischen und druckgrafischen Arbeiten werden Bildräume entwickelt, die zwischen Inszenierung und Realität oszillieren.
Ausgangspunkt ist der Körper als Spurenträger menschlicher Existenz – anonymisiert, reduziert, entindividualisiert. Kopflose Hüllen, Fragmente und deformierte Körperformen werden zu Sinnbildern einer Gegenwart, die von Gewalt, Krieg, Angst und gesellschaftlicher Kälte geprägt ist.

Christine Pirker: aus der Serie „In guter Gesellschaft oder das Lamento der Vergessenen“

Die Arbeiten entstehen aus dem Spannungsverhältnis von Sichtbarkeit und Verdrängung. Durch reduzierte Lichtführung, räumliche Verdichtung und die bewusste Inszenierung des Fotografischen entstehen Bilder, die zugleich verstören und hinterfragen. Die Druckgrafik erweitert diesen Prozess durch Überlagerung, Fragmentierung und materielle Verdichtung.

Christine Pirker und Reinhold Egerth verstehen ihre Arbeiten nicht als Abbild konkreter Ereignisse, sondern als Reflexionsräume kollektiver Erfahrung. Das scheinbar Surreale verweist auf eine Realität, deren Grausamkeit längst Teil unseres gesellschaftlichen Alltags geworden ist.

ZEITSCHATTEN: kunstraumarcade zu Gast im Essingerhaus Mödling
Einführung: Maria Christine Holter
Künstler*innen: Max Böhme, Wolfgang Buchta, Reinhold Egerth, Sonia Gansterer, Georg Lebzelter, Franziska Maderthaner, Christine Pirker, Mona Rabofsky