OLEG&LUDMILLA & FLECK_KAF
FRAGMENTE DER WIRKLICHKEIT
Vernisssage: 16. Jänner 2026, 18-20 Uhr
Finissage: 6. März 2026, 16-18 Uhr

MANFRED CHOBOT über die Objektkästen von Oleg&Ludmilla
DAS GREIFEN NACH BEDEUTUNG IST DER FADEN
Wer erschafft eigentlich Objektkästen? – Oleg&Ludmilla, die außerhalb ihrer Kunst als Christine Pirker und Reinhold Egerth firmieren.
Ein einmaliger, womöglich flüchtiger Blick reicht für diese Objektkästen nicht aus. Bei weitem nicht. Eindringen und sich gehen lassen. Assoziationen folgen, Vorstellungen verknüpfen und vereinen, das Gehirn anstrengen, Eile ist unzulässig bei den Objektkästen von Oleg&Ludmilla. Gezwungen zur Entschleunigung haben wir Zeit, denn wir brauchen Zeit, viel Zeit zum Nachdenken. Am besten Entspannen und abdriften, und immer wieder etwas Neues entdecken, dem Neuen einen Sinn geben oder zumindest einen Namen verpassen, die Bedeutung erkennen, sich mit ihr auseinandersetzen.

Man kann die Objektkästen nicht flott und leicht entschlüsseln, zumal Geheimnisse ihren Reiz niemals verlieren. Die Schlaffen geben auf, die Geduldigen werden belohnt. Ohne Drogen high werden, das ist ein Ziel, ein sinnvolles Ziel, eine Aufgabe, die sich lohnt, man wird belohnt, reichlich belohnt. Darin liegt vermutlich die Absicht des Künstlerpaares. Sie haben sich nicht vergebens geplagt mit den Kleinteilen, die sie eingefügt haben. Wie akkurat kennen Sie den „Garten der Lüste“ oder das „Weltgerichts-Triptychon“ von Hieronymus Bosch? Man muss Symbole entziffern und sie enträtseln, denn das Künstlerpaar versteckt Hinweise, die eine Botschaft übermitteln.

Nicht bloß die Betrachtung verlangt Geduld, desgleichen die Arbeit an den Objektkästen erforderte Geduld und Ausdauer. Dennoch werden die Objektkästen nach intensiven und arbeitsreichen Tagen fertig. – Davon abgesehen: die Auseinandersetzung und die Beschäftigung mit den Objektkästen endet nie. Vielen Dank an Manfred Chobot

Die Serie RÜCKKEHRER beschäftigt sich mit dem Unerwarteten und dem Wiederauftauchen von Elementen. Ausgangspunkt ist die Annahme, dass Rückkehr keine neutraler Vorgang ist, sondern Transformation bedeutet. Durch die Kombination heterogener Materialien und Fragmente entstehen Arbeiten, die zeitliche Ebenen verschränken und vertraute Ordnungen irritieren. Die Serie untersucht, wie Bedeutungen sich verschieben, wenn etwas in einen neuen Kontext zurückkehrt.


